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Business Rules Engine: Prozesslogik ohne Code definieren

5 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Die meisten Plattformen versprechen No-Code. Sobald Sie jedoch eine Anwendung entwickeln möchten, die wirklich zu Ihren Geschäftsprozessen passt, landen Sie oft in einem Skript-Editor. WEBCON geht einen anderen Weg. Mit der Business Rules Engine konfigurieren Sie Bedingungen, Verzweigungen, Weiterleitungen und Eskalationen über einen visuellen Drag-and-Drop-Editor.

Lesbar und anpassbar für alle - genau darum geht es

Befindet sich die Logik in einem Skript, benötigen Sie einen Entwickler, der den Code lesen, verstehen und sicher ändern kann. Ist diese Person im Urlaub, ausgelastet oder nicht mehr im Projekt, bleibt oft nur ein Ticket und Wartezeit. 

Mit visuellen Regeln kann jeder, der den Prozess kennt, genau nachvollziehen, was eine Regel bewirkt. Fachbereiche erkennen Probleme schneller und können gezieltes Feedback geben. Der Process Champion nimmt die Änderung vor, InstantChange™ übernimmt den Rest. Alle laufenden Prozessinstanzen werden sofort aktualisiert.

Was ist die Business Rules Engine?

Die Business Rules Engine ist Bestandteil des Designer Studio. Mit ihr definieren Sie die Orchestrierungslogik Ihrer Prozesse: Wer genehmigt was, unter welchen Bedingungen, wann Eskalationen ausgelöst werden und welchen Pfad ein Workflow nimmt.

Regeln lassen sich auf zwei Arten erstellen:  

  • Per Drag-and-Drop: Ziehen Sie Elemente aus dem Wörterbuchbereich in den Arbeitsbereich und verbinden Sie sie visuell.  
  • Direkt im Editor: Klicken Sie in den Editor und beginnen Sie zu schreiben. Die Plattform vervollständigt Funktionsnamen automatisch und schlägt passende Operatoren vor.  

Regeln geben je nach Anwendungsfall unterschiedliche Datentypen zurück: einen Wert (Text, Dezimalzahl oder Datum), um ein Standardfeld zu setzen, eine Ausführungsbedingung (wahr oder falsch), um zu steuern, ob eine Aktion ausgeführt wird oder welchen Pfad ein Workflow nimmt, oder eine Benutzerliste für die Aufgabenzuweisung. 

Regeln können andere Regeln aufrufen. Dadurch erstellen Sie modulare Logik einmal und verwenden sie in verschiedenen Prozessen wieder. Die Plattform verfolgt, wo jede Regel eingesetzt wird, sodass Sie die Auswirkungen einer Änderung kennen, bevor Sie sie vornehmen. Jede Regel wird außerdem automatisch in der generierten Dokumentation erfasst. So bleiben Ihre Prozessspezifikationen ohne zusätzlichen Aufwand aktuell.

Formularregeln funktionieren nach demselben Prinzip

Während die Business Rules Engine die Prozesslogik steuert, übernimmt die Form Rule Engine das Verhalten von Formularen: Sie legt fest, welche Felder angezeigt werden, welche Pflichtfelder sind und welche Werte automatisch berechnet werden, abhängig von den Eingaben der Benutzer. Beide Werkzeuge arbeiten mit einer visuellen Oberfläche.

Die Form Rule Engine erzeugt den benötigten JavaScript-Code automatisch und berücksichtigt dabei die Kompatibilität mit verschiedenen Browsern und Endgeräten. Benötigen Sie Logik, die über das Formular hinausgeht, beispielsweise die Prüfung einer Active Directory-Mitgliedschaft, Daten aus einem externen System oder eine Datenbankabfrage, können Sie eine Business Rule innerhalb einer Formularregel aufrufen. So greifen beide Komponenten nahtlos ineinander.

Praxisbeispiele für Business Rules

So sieht die Erstellung einer Business Rule im Designer Studio aus:

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, eine Regel zu erstellen. Der visuelle Editor unterstützt verschiedene Ansätze für dieselbe Aufgabenstellung, sodass jeder Designer seinen eigenen Arbeitsstil entwickeln kann. Da alle Regeln automatisch in der generierten Dokumentation erfasst werden, bleiben sie auch sechs Monate später noch nachvollziehbar, wenn Sie wieder darauf zurückkommen. 

Genehmigungen nach Bestellwert und Standort

Ein Einkaufsprozess benötigt abhängig vom Bestellwert und der zuständigen Organisationseinheit unterschiedliche Genehmiger. Bestellungen oberhalb eines definierten Schwellenwerts werden an die Geschäftsleitung weitergeleitet. Liegt der Bestellwert darunter, erfolgt die Genehmigung durch den regionalen Abteilungsleiter. Die Business Rule prüft beide Bedingungen und steuert den Workflow entsprechend. Eine Regel, kein Code.

Dynamische Währungsumrechnung

Eine globale Business Rule ruft den aktuellen Wechselkurs für die ausgewählte Währung zum gewählten Datum ab. Eine Formularregel nutzt diesen Wert, um Rechnungsbeträge automatisch neu zu berechnen, sobald der Benutzer die Währung oder das Datum ändert. Eine Regel, mehrfach in verschiedenen Finanzprozessen wiederverwendbar.

Rollenbasierte Sichtbarkeit von Formularfeldern

Eine Business Rule prüft, ob der angemeldete Benutzer Mitglied einer bestimmten Active Directory-Gruppe ist. Sie gibt das Ergebnis wahr oder falsch zurück. Eine Formularregel verwendet dieses Ergebnis, um Felder ein- oder auszublenden. Die Logik ist für jeden nachvollziehbar, der den Prozess kennt, und kann von jedem Mitglied des Teams angepasst werden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einer Business Rule und einer Formularregel?

Business Rules steuern das Prozessverhalten: Weiterleitungen, Genehmigungen, Eskalationen und Aufgabenzuweisungen. Formularregeln steuern das Formularverhalten: Sichtbarkeit von Feldern, Berechnungen und Validierungen. Beide arbeiten zusammen, und Formularregeln können Business Rules einbinden, wenn sie Daten von außerhalb des Formulars benötigen.

Können Business Rules einander aufrufen? 

Ja. Regeln lassen sich in andere Regeln einbetten, um modulare Logik aufzubauen. Definieren Sie eine Regel einmal und verwenden Sie sie überall dort wieder, wo sie benötigt wird. Die Plattform verfolgt jeden Ort, an dem eine Regel eingesetzt wird.

Kann ich weiterhin SQL nutzen, wenn ich es benötige?

Ja. Die Business Rules Engine unterstützt SQL-Abfragen über die Funktion SQL COMMAND sowie .NET-Code für Fälle, in denen die visuelle Konfiguration nicht ausreicht. Die meisten Prozesse benötigen das nicht, aber die Möglichkeit besteht.

Wer kann Business Rules erstellen und bearbeiten?

Process Champions, die im Designer Studio arbeiten. Fachbereiche erstellen Regeln nicht direkt, können sie aber im visuellen Editor lesen und im Designer Desk gezieltes Feedback geben, weil die Logik sichtbar ist und nicht im Code verborgen liegt.

Was passiert mit laufenden Prozessinstanzen, wenn ich eine Regel ändere?

Aktive Instanzen übernehmen die Änderung sofort. Das ist InstantChange™. Sie ändern eine Regel in einem laufenden Prozess und jede laufende Instanz übernimmt die Änderung in Echtzeit – mit vollständiger Integrität des Audit-Trails.

Werden Regeln in der automatisch generierten Dokumentation erfasst?

Ja. Jede Business Rule erscheint in der Word-Dokumentation, die die Plattform automatisch erstellt. Die Dokumentation bleibt ohne separaten Pflegeaufwand aktuell.

Wo befinden sich globale Regeln und wo prozessspezifische Regeln? 

Globale Regeln liegen in den Systemeinstellungen und stehen in allen Prozessen zur Verfügung. Prozessspezifische Regeln werden innerhalb der Konfiguration einzelner Prozesse definiert und sind nur in diesem Prozess verfügbar. 

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