KI in Geschäftsprozessen - Möglichkeiten, Beispiele und konkreter Nutzen

18.11 | Online

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Transformation ab 2026 und darüber hinaus

4 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Geschäftsanwendungen können nahezu jeden Prozess transformieren und die Effizienz nachhaltig steigern. Dementsprechend wächst die Nachfrage nach neuen Anwendungen rasant. Citizen Development beschleunigt die Umsetzung und stärkt Fachbereiche und Teams, birgt jedoch zugleich Risiken wie unkontrollierte Strukturen, Kompetenzlücken und ineffizienten Ressourceneinsatz.

Lesen Sie, wie Sie in Ihrem Unternehmen die richtige Balance schaffen und alle Aspekte erfolgreich miteinander in Einklang bringen.

Die Nutzungslücke schließen

Die Entwicklung von Anwendungen war traditionell die Domäne von IT Abteilungen geführt von professionellen Entwicklern. Doch das hat sich verändert. Digitale Transformation ist heute die Realität. Getrieben durch steigende Kundenerwartungen und unternehmerische Notwendigkeiten ist der Bedarf an benutzerfreundlichen, sicheren und zuverlässigen Anwendungen schneller gewachsen, als viele IT Abteilungen decken können.

Gleichzeitig ermöglichen neue Technologien zumindest theoretisch auch Fachbereichen außerhalb der IT, sogenannte Citizen Developer, leistungsfähige Geschäftsanwendungen schnell und kosteneffizient zu erstellen. In dem Bestreben, diese Nutzungslücke zu schließen, haben zahlreiche Unternehmen entsprechende Lösungen eingeführt. Unterstützt durch Low Code Technologien, die große Teile des klassischen Entwicklungsprozesses automatisieren, können Unternehmen Software deutlich effizienter bereitstellen. Mitarbeitende außerhalb der IT erhalten damit die Möglichkeit, Anwendungen eigenständig zu konzipieren, zu testen und produktiv zu setzen.

„Der Anteil der Citizen Developer, die zu digitalen Initiativen beitragen, wird von 10 % im Jahr 2025 auf 70 % im Jahr 2029 steigen.“

 
Quelle: Gartner, Marktleitfaden für Plattformen zur Entwicklung von Bürgeranwendungen

Citizen Development: Anspruch vs. Realität

Citizen Development ist in der Theorie ein vielversprechender Ansatz, da er die Entwicklung in die Hände der Menschen und Teams legt, die den Anwendungen im Arbeitsalltag am nächsten sind. Sie wissen, was sie brauchen – also entwickeln sie es selbst.

In der Praxis jedoch hat Citizen Development, zumindest so wie es in den
vergangenen zehn Jahren häufig umgesetzt wurde, oftmals zu erheblichem Chaos geführt – mit nur vereinzelten positiven Ergebnissen. Angesichts angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, in denen Unternehmen jede Ausgabe und jede Ressource genau prüfen müssen, ist alles, was nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt, schlichtweg nicht ausreichend.

In vielen Fällen schafft Citizen Development sogar zusätzliche Herausforderungen für Unternehmen. Selbst im besten Fall – also wenn eine Anwendung erfolgreich umgesetzt wird – investiert der angehende Citizen Developer zwangsläufig weniger Zeit in seine eigentliche Tätigkeit und mehr in sein neues Projekt. Das kann zu Rückständen im Tagesgeschäft führen. Zudem stellen erfolgreiche Citizen Developer nicht selten fest, dass ihnen die neue Rolle besser gefällt als ihre ursprüngliche Position und sie ihren Karriereweg ändern möchten. Für Unternehmen kann das äußerst disruptiv und kostenintensiv sein, wenn die frei gewordene Stelle neu besetzt werden muss.

Zwar verfügen Fachabteilungen häufig über ein sehr genaues Verständnis für den fachlichen Zweck einer Anwendung, sie denken jedoch in der Regel nicht wie professionelle Entwickler. Ohne fundierte Kenntnisse in Bereichen wie UI Prinzipien, Daten und Prozessmodellierung oder Systemintegration entstehen schnell Lösungen, die zwar individuelle Anforderungen erfüllen, jedoch nicht nachhaltig unterstützt werden können oder den übergreifenden Unternehmensanforderungen gerecht werden.

Eine Studie von KPMG unterstreicht zudem den hohen Bedarf an Schulung und Weiterbildung, um nicht technische Mitarbeitende sinnvoll in IT Projekte einzubinden. Rund 43 % der Unternehmen bieten entsprechende Programme an, um Anwender zur effektiven Mitwirkung zu befähigen.

Zusammenarbeit ist entscheidend

Angesichts einer drohenden globalen Rezession ist es riskant, Mitarbeitenden zu erlauben, Zeit von ihren regulären Aufgaben abzuziehen, um eigene Business Apps zu entwickeln.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie beauftragen fünf unterschiedliche Personen aus verschiedenen Abteilungen, jeweils eigene Lösungen für unterschiedliche Projekte zu entwickeln – auf fünf unterschiedliche Arten. Was für die eine Gruppe funktioniert, muss für eine andere noch lange nicht passen. Selbst wenn alle Anwendungen technisch miteinander harmonieren sollten – und das ist bereits ein großes Wenn – bleiben dennoch fünf unterschiedliche Schulungsaufwände, fünf verschiedene Wartungsschleifen, fünf Feedback Prozesse und so weiter. Sie verstehen das Problem.

Einen echten Mehrwert für die Organisation bringt jedoch die Tatsache, dass diese Fachanwender das jeweilige Problem und den konkreten Bedarf sehr genau verstehen. Ein sinnvollerer Ansatz besteht daher darin, sie mit professionellen Entwicklern zusammenzubringen, die wissen, wie man robuste und skalierbare Anwendungen erstellt.

Der entscheidende Punkt ist nicht, dass Fachbereiche die Anwendung vollständig selbst designen müssen. Vielmehr sollten sie eng mit der IT zusammenarbeiten, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zu konzipieren. Ob man das nun Citizen Assisted Development oder anders nennt – eine kollaborative Strategie bündelt Stärken, gleicht Schwächen aus und steigert sowohl Qualität als auch Quantität der Ergebnisse.

Low Code Plattformen spielen dabei weiterhin eine wichtige Rolle. In diesem Modell werden sie jedoch von professionellen Entwicklern eingesetzt, um Prototypen und Iterationen zu beschleunigen. Dabei fließt kontinuierlich Input der Fachbereiche ein, sodass potenzielle Lösungen schnell den Nutzern zur Verfügung gestellt und direktes Feedback eingeholt werden kann. Dieser Ansatz erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, tragfähige, unterstützte und organisationsweit einsetzbare Lösungen zu schaffen.

Der Blick nach vorn

Bereits heute sehen wir, dass Unternehmen ihre Budgets kürzen – und es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Trend kurzfristig umkehrt. Organisationen, die in diesem anspruchsvollen Umfeld erfolgreich sein wollen, müssen mit weniger Ressourcen mehr erreichen – und das auf eine klar messbare Weise.

Das erfordert eine sorgfältige Planung sowie gezielte Investitionen in Entwicklung und Innovation. Gleichzeitig braucht es einen strategischen Ansatz für Automatisierung und Citizen Development.

Wer diese Entwicklungen im Blick behält und bewusst steuert, kann sein Unternehmen auch in den kommenden Jahren erfolgreich positionieren.

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